„Bildung erfordert, Fragen zu haben“

Podiumsgespräch Robert Junk-Bibliothek, Thema: Weiterbildung 19.05.2014

Podiumsgespräch zur Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg

Fragen zu haben, sei der Ursprung von Bildung, doch die wirklich wichtigen Fragen zu stellen haben wir heute weitgehend verlernt, so Ursula Pia Jauch von der Universität Zürich bei einem Podiumsgespräch über die „Zukunftschance Weiterbildung“, zu dem jüngst Landesrätin Martina Berthold gemeinsam mit der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunfts­fragen in die Volkshochschule Salzburg im neuen Stadtwerk Lehen eingeladen hatte. Während Bildung im Kantschen Sinne „Erziehung zur Persön­lichkeit“ meine, brauche die Wirtschaft heute nur mehr „Personal“, das ausgebildet wird. Weiterbildung sei zu einem „Geschäftsmodell“ geworden, so die starke Ansage der Philosophin. Nicht Zwang, sondern die Freude etwas zu erkunden, bestimme wirkliche Bildung: „Bildung gehört zum Bedürfnis des Selbst und lässt sich nicht verordnen.“ Unsere Schulen würden den Menschen jedoch die Freude an Bildung „ausprügeln“, so Jauch, die tags darauf auf Einladung von „akzente“ mit Salzburger Jugendlichen diskutierte, weiter.

Ursula Pia Jauch: "Bildung kann nicht erzwungen werden"
Ursula Pia Jauch: “Bildung kann nicht erzwungen werden”

Bildungsmotive sind unterschiedlich

Ziel von Bildung sei ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, bestätigte auch Carola Iller, Bildungsforscherin an der Kepler-Universität Linz. Doch Erwachsenenbildung könne nicht auf ein „Geschäft“ reduziert werden. Auch wenn der Trend von der früheren Volksbildung zur Kommerzialisierung auf der Hand liege, seien die Bildungsmotive der Menschen unterschiedlich: es gehe um Persönlichkeitsentwicklung, beruflichen Aufstieg, Verhinderung von Exklusion, bei formalen Abschlüssen auch um Erhöhung des sozialen Status. Notwendig sei daher eine Differenzierung der Angebote nach Zielgruppen bzw. Milieus. Eine Erhebung ihres Instituts unter Erwachsenenbildungseinrichtungen in Oberösterreich habe ergeben, dass sozial benachteiligte Schichten kaum an Bildungsangeboten partizipieren bzw. nur dann, wenn sie über das Arbeitsmarktservice dazu angehalten werden. Auch die Jungen würden durch klassische Bildungsinstitutionen weniger erreicht, was u. a. an der Attraktivität und Dichte von Alternativangeboten läge. Eine direkte Konkurrenz von Erwachsenenbildungsangeboten und den Neuen Medien sah Iller jedoch nicht, vielmehr gäbe es eine gegenseitige Befruchtung: „Informelle Bildung über Medien führt dazu, dass auch das Interesse an Bildungsangeboten steigt.”

Carola Iller: "Bildungsmotive sind unterschiedlich"
Carola Iller: “Sozial Benachteiligte partizipieren wenig an Bildungsangeboten”

Auflösung tradierter Milieus

Werner Pichler, pädagogischer Direktor des Berufsförderungsinstituts Salzburg und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwachsenenbildung, setzte die Weiterbildungslandschaft in den Kontext gesellschaftlicher Veränderungen wie Beschleunigung, Globalisierung, Auflösung tradierter Milieus sowie schließlich der Krise der staatlichen Institutionen, die auch auf die Bildungsinstitutionen zurückwirke. Zudem träten neben die klassischen Formen der Erwachsenenbildung wie Vortrag oder Kurs neue Formate, etwa Internetkurse. Erwachsenenbildung sei vor gut hundert Jahren als emanzipatorisches Projekt für die Arbeiter und Arbeiterinnen gestartet worden, doch auch die Klassen würden sich heute zunehmend auflösen, die Adressaten der Erwachsenenbildung würden dadurch heterogener. Pichler bezeichnete die Institutionen der Erwachsenenbildung in Salzburg als „gut aufgestellt“, Herausforderungen sah er in der Grundversorgung der ländlichen Regionen, da es eine starke Konzentration auf den Zentralraum gäbe, sowie im Erreichen bildungsbenachteiligter Gruppen, wofür mehr Ressourcen nötig seien.

Werner Pichler: "Zielgruppen sind vielschichtiger geworden"
Werner Pichler: “Zielgruppen sind vielschichtiger geworden”

Landesrätin Martina Berthold bekräftigte das Ziel, Angebote für alle Bevölkerungsgruppen sicherzustellen. Spezifische Zielgruppen wie Jugendliche, Frauen oder Seniorinnen und Senioren sollen ebenso in den Blick genommen werden wie neue Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die aktuelle gesellschaftliche Themen artikulieren und damit ebenfalls zur Erwachsenenbildung beitragen. Die Trennung in berufliche und allgemeine Erwachsenenbildung werde in Zukunft an Bedeutung verlieren, da lebensbegleitendes Lernen beide Bereiche umfasse. Als besondere Schwerpunkte nannte Berthold die Elementarbildung, die genügend Kinderbetreuungsplätze erfordere, sowie die Sicherstellung von nachholender Basisbildung für jene, die Bildungsdefizite aufweisen. Auch die Grundversorgung im ländlichen Raum müsse sichergestellt werden, wobei hier die Öffentlichen Bibliotheken, die es in allen Gemeinden gibt, noch stärker als Bildungsorte auch für Veranstaltungen genutzt werden sollten. Bildung müsse, so Berthold,  in der politischen Wahrnehmung als Querschnittmaterie erkannt werden, was die Kooperation mit den Ressorts für Wirtschaft, Soziales, Gesundheit oder Umwelt erfordere.

LR Martina Berthold: "Bildung ist eine Qeurschnittaufgabe aller Ressorts"
LR Martina Berthold: “Bildung ist eine Querschnittaufgabe aller Ressorts”

Wertschätzung für Bildungsarbeit

Viele der knapp sechzig Teilnehmenden der von Stefan Veigl von den Salzburger Nachrichten moderierten Podiumsdiskussion kamen aus Einrichtungen der Erwachsenenbildung. In der Publikumsdiskussion ging es daher vor allem um den Wert von Erwachsenenbildung für die Gesellschaft, der von der Politik durch entsprechende Ausstattung mit Mitteln entsprechend gewürdigt werden müsse.

Dazu in Kürze zwei Repliken des Podiums: Bei Bildungspolitik dürfe es nicht nur um Geld gehen, doch die Ressourcenausstattung sei Voraussetzung für gute Arbeit und auch eine Art Wertschätzung, die zeige, welche Schätze an Bildungseinrichtungen wir haben, so Carola Iller. Die Bildungsforscherin verwies darauf, dass Weiterbildung bereits jetzt zum überwiegenden Teil aus Kursbeiträgen finanziert werde – der Anteil an öffentlichen Mitteln liege in Österreich bei 12,3 Prozent. Für die Zukunft müsse dennoch weiter über neue Finanzierungsmodelle nachgedacht werden, etwa über aus Unternehmensbeiträgen gespeiste Bildungsfonds nach niederländischem Vorbild. Ursula Pia Jauch gab schließlich zu bedenken, dass Bildungsangebote nicht nur an fehlenden Infrastrukturen scheiterten, sondern auch an verlorenem Interesse oder mangelndem Bedarf: „Die Menschen finden ja auch ins Fußballstadion, weil sie das eben interessiert.“

Bildung ist mehr als Selbstoptimierung

Resümee: Berufliche Weiterbildung findet ihren „Markt“, da Unternehmen bzw. ArbeitnehmerInnen diese gemäß Bedarf nachfragen. Defizite gibt es hier bei „bildungsinstitutionenfernen Schichten“ (Carola Iller) – so erhalten weniger Qualifizierte auch die wenigsten betrieblichen Fortbildungen. Kritisch zu hinterfragen ist auch der Zwang zur permanenten Selbstoptimierung, um sich beschäftigungsfähig („employable“) zu halten. Im Bereich der allgemeinen Erwachsenenbildung – auch wenn die Grenzen zur beruflichen Weiterbildung fließen, gibt es diese ja noch  –  erfreuen sich Angebote, in denen es um Fragen wie Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung oder Selbstentfaltung geht, großer Nachfrage. Schwieriger ist es – das wurde in der Diskussion angesprochen – Interesse für gesellschaftspolitische Fragestellungen zu wecken, etwa über die Zusammenhänge knapper werdender öffentlicher Mittel und dem gegenwärtigen Finanzsystem. Hier gibt es Nachholbedarf. Wahrscheinlich geht es unter Bezugnahme auf Ursula Pia Jauch darum, im öffentlichen Diskurs andere Fragen zu stellen bzw. die Fragen, die sich Menschen stellen, noch stärker ins Visier bzw. „Programm“ zu nehmen und zugleich Formate zu finden, die auch ins Handeln führen (können). Nach dem Prinzip: „Bildung mit Folgen“. Und die Schulen werden wir zwar nicht abschaffen, aber lernfreundlicher können wir sie allemal machen.

Mag. Hans Holzinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen und Leiter des Projekts „Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg“. www.jungk-bibliothek.at, https://projekterwachsenenbildung.wordpress.com

Infos: 0662.873206 oder 0699.11370178, jungk-bibliothek@salzburg.at

Titelfoto: Land Salzburg/Beate Fürstauer. Weitere Fotos: JBZ/Hans Holzinger

 

 

 

 

 

 

 

 

Podiumsgespräch

weiterbildungeinladung

Mo., 19. Mai 2014, 19 Uhr, in der VHS Salzburg, Struberg. 26, 5020 Salzburg. Anmeldung
Welche Bildung brauchen wir in Zukunft und was bedeutet das für die Erwachsenenbildungslandschaft in Salzburg? Wie lassen sich Angebote für jedes Alter und alle Lebenslagen sicherstellen? Wie erreichen wir bildungsbenachteiligte Gruppen? Wie kann Bildung zur Lösung der Zukunftsherausforderungen des 21. Jahrhunderts beitragen?
Diese und weitere Fragen sind Thema der Podiumsdiskussion mit LR Mag.a Martina MBA Berthold, Univ. Prof.in Carola Iller (Uni Linz), Univ. Prof.in Ursula Pia Jauch (Uni Zürich) und dem Vorsitzenden der Arge Salzburger Erwachsenenbildung sowie pädagogischen Direktor des BFI Salzburg Mag. Werner Pichler. Moderation: Stefan Veigl, Salzburger Nachrichten.

Neue Ideen – Zukunftswerkstatt Saalfelden

Zukunftswerkstatt in Saalfelden am 25.5.2014
Zukunftswerkstatt in Saalfelden am 25.5.2014

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Befunde und Zukunftsideen zu den Angeboten der Erwachsenenbildung in der Region des Pinzgau zu erheben, war das Ziel der von Hans Holzinger und Anita Berner moderierten Zukunftswerkstatt im Bildungszentrum Saalfelden. Einer Bestandsaufnahme („Was wir schätzen“, „Was Probleme macht“) folgte eine Ideensammlung zu aus den erfassten Problemen destillierten Zukunftsthemen.

Geschätzt wird u.a. die Arbeit der ehrenamtlichen Bildungsleiter_innen, das vielfältige Programm, das für unterschiedliche Interessen etwas bietet, das Angebot für Eltern, die Möglichkeit sich selbst einbringen zu können sowie der soziale Aspekte von Bildungsveranstaltungen, da so Menschen  zusammenkommen.

Als Probleme wurden v.a. die zu geringe Wertschätzung der Erwachsenenbildung durch die Politik, das Konkurrieren-Müssen im Freizeitmarkt, die Unübersichtlichkeit der Angebote sowie die Ausdünnung im ländlichen Raum genannt.

Über zwanzig Ideen wurden entwickelt

Insgesamt wurden von den Teilnehmenden, die sich aus zwei Mitarbeiter_innen in Erwachsenenbildungseinrichtungen und zwei Nutzer_innen zusammensetzten, über 20 Vorschläge benannt, die zu einer qualitätsvollen Erwachsenenbildung in Salzburg sowie in der Region beitragen sollen.

Um Angebote in der Region besser zu verankern, wurden etwa Kurspackages in Kooperation mit der Hotellerie für die Zwischensaison oder Schnupper-Workshops der Erwachsenenbildungseinrichtungen in Schulen vorgeschlagen. Um MigrantInnen besser zu erreichen, sollen Kurse gemeinsam mit den migrantischen Kulturvereinen angeboten werden. Wettbewerbe mit medialer Begleitung könnten für manche attraktiver sein als normale „Kurse“. Die Durchführung von Bildungs-„Marktplätzen“ sowie die Erstellung gemeinsamer Programme aller Anbieter in der Region sollen helfen, Transparenz in die Angebote zu bringen. Das Wissen und die Erfahrungen in der Region sollen besser genutzt werden. Bildungsangebote auf Abruf bzw. auf Nachfrage könnten bedarfsorientierte Programme ermöglichen. Initiativen aus der Region sollen an die Bildungsanbieter mit Wünschen und Vorschlägen herantreten (können). Schließlich wurden Bildungsbeauftragte für alle Gemeinden und die Errichtung von Bildungszentren, in denen alle Einrichtungen situiert werden, vorgeschlagen, um Erwachsenenbildung in den Gemeinden noch stärker zu verankern.

Zwei der Vorschläge konnten in der abschließenden „Ideenschmiede“ vertiefend ausgearbeitet werden: Die Einrichtung von Bildungsbeauftragten in alle Gemeinden sowie ein exemplarisches Kursangebot, in dem Fußballspielen mit Englisch-Lernen verbunden werden.

In der Schlussreflexion, die in den Gastgarten verlegt wurde, ging es um die Realisierungschancen von Bildungszentren sowie von Bildungsbeauftragten in allen Gemeinden. Zudem wurden Möglichkeiten und Chancen neuer Arbeitszeitmodelle diskutiert, die neben der Erwerbsarbeit auch wieder Zeit für die Familie, für Engagement und eben auch Bildung lassen. Gesprochen wurde auch darüber, dass der Einladung zur Zukunftswerkstatt so wenige Personen gefolgt sind.

Offensive für Bildung – Zukunftswerkstatt Seekirchen

gruppenbild

Fünfzehn Teilnehmer_innen führten unter der Anleitung von Hans Holzinger und Luisa Grabenschweiger am 5. April 2014 im Stadtamt Seekirchen eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Erwachsenenbildung – Ideen für Salzburg und für unsere Region“ durch.

Einer Bestandsaufnahme („Was wir schätzen“, „Was Probleme macht“) folgte eine Ideensammlung zu folgenden aus den erfassten Problemen destillierten Zukunfts­themen: Nachhaltige Finanzierung, Ausbau politischer und ethischer Bildung, Vernetzung in der Region, Innovative Bildungsangebote für den ländlichen Raum, Offenheit für neue Technologien in der Bildungsvermittlung sowie Gewinnen der lokalen Medien und des ORF für die Anliegen der Erwachsenenbildung.

Über vierzig Ideen wurden entwickelt

Insgesamt wurden von den Teilnehmenden, die sich aus Mitarbeiter_innen in Erwachsenenbildungseinrichtungen und Nutzer_innen zusammensetzten, über 40 Vorschläge benannt, die zu einer qualitätsvollen Erwachsenenbildung in Salzburg sowie in der Region beitragen sollen. Sechs der Vorschläge konnten in der abschließenden „Ideenschmiede“ vertiefend ausgearbeitet werden. Im Hinblick auf eine nachhaltige Finanzierung wurde eine Initiative „1 Prozent des Landeshaushalts für Erwachsenenbildung“ vorgeschlagen, die gemeinsam mit einem transparenten Bürgerbudget umgesetzt werden soll. Zur Stärkung der Erwachsenenbildung soll eine landesweite Plattform aller Einrichtungen sichergestellt werden. Als Motto dafür wurde vorgeschlagen: „Wir sind Bildung“.

Um mehr Menschen insbesondere im ländlichen Raum anzusprechen, soll – so eine weitere Idee – eine Initiative „Wissen auf Rädern“ entwickelt werden, über die mobile Bildungsangebote („Roadshow“) in die Gemeinden kommen. Verbunden könnte dies werden mit einem „Jahr der Bildung“, das für 2016 vorgeschlagen wurde. In sogenannten „Webinaren“, also via Internet durchgeführten Seminaren, könnten Menschen kostengünstig mit Bildungsangeboten erreicht werden. Vorgeschlagen wurden etwa Elternkurse via Internet.

Bildungspat_innen sollen jüngere Menschen unterstützen, die für sie geeigneten Bildungsangebote zu finden und diese für die Bedeutung von Bildung zu sensibilisieren. Schließlich wurde ein Plan dafür entwickelt, wie der ORF gewonnen werden soll, Infosendungen über Bildungsangebote auszustrahlen. Ab Frühling, wenn der Schnee geschmolzen ist, sollte der „Pistenchecker“ in der Sendung „Salzburg heute“ durch einen „Bildungschecker“ ersetzt werden.

Weiterarbeiten an konkreten Themen

Doch auch die übrigen Ideen, etwa gemeinsame Bildungskalender in den Regionen, neue Orte für Veranstaltungen wie Gaststätten und Kaffeehäuser oder die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Gruppen gehen nicht verloren. Die Ergebnisse fließen ein in einen Zustands- und Optionenbericht „Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg“, den die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen im Auftrag von der für Erwachsenenbildung zuständigen Landesrätin, Mag.a Martina Berthold, erstellt wird. Die vorliegende Dokumentation wird – so der Wunsch der Teilnehmer_innen – auch allen Bürgermeister_innen von Salzburgs Gemeinden übermittelt, um damit die Aufmerksamkeit der Gemeinden für Erwachsenenbildung (weiter) zu erhöhen. Die Dokumentation der Ergebnisse dient nicht zuletzt den Teilnehmer_innen als Ansporn, gemeinsam entwickelte Ideen auch selbst voranzutreiben.

Bildungsträger und Nutzer_innen waren vertreten

Die Mehrzahl der Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt ist selbst in der Erwachsenenbildung aktiv. Vertreten waren das Salzburger Bildungswerk Lamprechtshausen (Helmut Altenberger), jenes von Neumarkt (Ingrid Weydemann) sowie die Zentrale (GF Günther Signitzer), weiters das Katholische Bildungswerk Seekirchen (Monika Kronberger), die Volkshochschule Seekirchen (Brigitte Sattlegger) sowie die Öffentlichen Bibliotheken von Seekirchen (Leopold Ramminger), Hallwang (Ilse Gstöttner) und Köstendorf (Franziska Dürr). Vertreten waren auch die Frauen:Fachakademie Schloss Mondsee (Brigitte Maria Gruber) und das Lungauer Bildungszentrum (Leonhard Gruber). Zudem haben mit Werner Windhager und Eva Moser auch zwei Senior-Unternehmer aus Seekirchen sowie Renate Schaber vom Tauschkreis WIR GEMEINSAM Seekirchen als Vertreterin der Zivilgesellschaft teilgenommen. David Röthler und Anita Pleschko-Röthler haben als Projektentwickler schließlich ihre Expertise im Bereich Neue Medien eingebracht.

Wir bedanken uns für das engagierte Mit-Denken und Mit-Arbeiten. Bei den Beteiligten war ein großes Interesse spürbar, in der Region noch mehr zusammenzuarbeiten und Projekte gemeinsam umzusetzen. In diesem Sinne interpretieren wir auch den in der Schlussrunde geäußerten Wunsch nach weiteren Dialogveranstaltungen, in denen innovative und kreative Wege für die Bildungsarbeit in der Region vorangebracht werden sollen. So wünschen wir gutes Gelingen für das Umsetzen der entwickelten Vorhaben.

Ideen können auch Online eingebracht werden unter https://projekterwachsenenbildung.wordpress.com/befragung

Die Moderator_innen: Hans Holzinger & Luisa Grabenschweiger

Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Tel. 0662.873206 bzw. 0699.11370178.

 

 

Zukunftswerkstätten

Zukunftswerkstatt “Erwachsenenbildung in Salzburg. Angebote, Erwartungen, Ideen”

Bildung hat zum Ziel, Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu fördern und sie zu befähigen, ihr Leben selbstverantwortlich zu führen und als Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. In dieser Zukunftswerkstatt geht es um Erwachsenenbildung in Salzburg und um Ihre Meinung dazu? Welche Angebote nutzen Sie in ihrer Gemeinde oder in der Region? Wie zufrieden sind Sie mit diesen? Was schätzen Sie am aktuellen Programm? Was sollte im Bereich der beruflichen und allgemeinen Weiterbildung  verstärkt angeboten werden ? Stimmen die Preise und die Erreichbarkeit? u. a. m.

Termin für Flachgau/Zentralraum Sa. 5. April 2014 | 10 – 15 Uhr Leitung: Mag. Hans Holzinger, Mag.a Luisa Grabenschweiger Ort: Gemeindeamt Seekirchen, 5201 Seekirchen

Termin für Innergebirg Fr. 25. April 2014 | 14 -19 Uhr Leitung: Mag. Hans Holzinger, Mag.a Anita Berner Ort: Bildungszentrum Saalfelden, Leogangerstraße 1, A-5760 Saalfelden

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Das Projekt

Ziel des Projektes ist die Erstellung eines Optionenberichts „Zukunft der Erwachsenenbildung im Land Salzburg“. Dabei sollen:

  • auf der Basis der vorhandenen Daten ein Zustandsbericht über die Situation der Erwachsenenbildung (EB) im Bundesland Salzburg gegeben werden,
  • Herausforderungen an die EB aus der Binnensicht der in der EB Tätigen erhoben
  • sowie – exemplarisch – Vorschläge und Erwartungen aus der Sicht der Nutzerinnen und Nutzer der EB-Angebote gegeben werden
  • sowie Modelle der EB und des Förderwesens im deutschsprachigen und EU-Raum dargestellt und auf ihre Übertragbarkeit für Salzburg geprüft werden.
  • Es sollen Befunde und Konzepte der ARGE Erwachsenenbildung in den Optionenbericht einfließen, im Wesentlichen aber darüber hinausgehende Fragestellungen erörtert und  daher auch Akteure und Akteurinnen von Einrichtungen, die nicht Mitglied der ARGE SEB sind, eingebunden werden.

 

Das Forschungsprojekt umfasst folgende Module:

 

1. Erwachsenenbildung in Salzburg – Eine Bestandaufnahme

Zu den Bereichen „Allgemeine Erwachsenenbildung“, „Berufliche Erwachsenenbildung“ und „Basisbildung“ werden die AnbieterInnen, die Angebote, die NutzerInnen sowie die gegenwärtige Finanzierung der Angebote erhoben. Neben den in der ARGE SEB vertretenen Einrichtungen werden weitere spezifische Themen bzw. Zielgruppen ansprechende Einrichtungen befragt.

Gesondert wird das Instrument des Bildungsschecks analysiert, wobei die Erfahrungen im Bundesland Salzburg sowie die Praxis des Bildungsschecks in anderen Bundesländern (Zuständigkeit, Höhe, Inanspruchnahme) evaluiert werden.

> Methoden: Recherche, Fragebogenerhebung >Umsetzung: Februar – März 2014

 

2. Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg – Die Binnensicht der AnbieterInnen

a) In einem weiteren Fragenbogen werden die Herausforderungen und Vorschläge zur Zukunft der Erwachsenenbildung aus der Sicht der beruflich (und ehrenamtlich) in der Salzburger EB Tätigen erhoben. Der Fragebogen wird anonymisiert ausgewertet. Versand per Mail über die Einrichtungen der EB. Rücklauf an die Robert-Jungk-Stiftung ebenfalls per Mail.

> Methode: Fragebogen, Auswertung nach Clusterung der Antworten.

b) In qualitativen Interviews mit Personen in Leitungsfunktionen werden die Zukunftsheraus­forderungen an die EB im Bundesland Salzburg vertiefend erarbeitet werden?
> Methode: Tiefeninterviews, Transkription der Ergebnisse. > Umsetzung: Februar/März 2014

 

3. Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg – Die Sicht (potenzieller) NutzerInnen

a) Mit einem standardisierten Fragebogen werden die (potenziellen) NutzerInnen der EB-Angebote in Salzburg über ihre Sichtweisen und Vorschläge befragt. Der Fragebogen wird auf einem einzurichtenden Blog http://zukunfterwachsenenbildungsalzburg.wordpress.com online gestellt. Über die E-Mail-Verteiler und anderen Medien der EB-Einrichtungen sowie über die Massenmedien sollen die Salzburgerinnen und Salzburger eingeladen werden, ihre Sichtweisen einzubringen. Um zu erreichen, dass auch Personen angesprochen werden, die bisher die EB-Angebote in Salzburg wenig bzw. nicht nutzen, soll die Befragung auch über die Medien kommuniziert werden. Denkbar ist, ergänzend auch die Möglichkeit zu eröffnen, auf dem einzurichtenden Blog offene Debatten basierend auf Kurzstatements zu einzelnen Aspekten der EB.
> Methode: Standardisierte Befragung  >Umsetzung: Februar – April 2014

b) Zwei Zukunftswerkstätten mit je 15 Salzburgerinnen und Salzburger, ausgewählt nach dem Zufallsprinzips oder nach offener Ausschreibung der Zukunftswerkstätten zur Erhebung von deren Wünschen und Vorschlägen für Erwachsenenbildung in Salzburg. Eine Zukunftswerkstatt soll im Innergebirg, eine zweite im Salzburger Zentralraum durchgeführt werden. Hier können auch ehrenamtliche MitarbeiterInnen von EB-Einrichtungen eingebunden werden.
> Methode: Zukunftswerkstatt. >Umsetzung: April 2014

 

4. Bildung durch zivilgesellschaftliches Engagement? Eine Erhebung im Bundesland Salzburg

In Salzburg gibt es eine Vielzahl an Nichtregierungsorganisationen, die sich in den Bereichen Menschenrechte, Frauenrechte, Konfliktbearbeitung, Soziales (z. B. Menschen mit Behinderung, sozial Benachteiligte, SeniorInnen), Umwelt , Nachhaltigkeit, Globale Gerechtigkeit, Tier- und Naturschutz sowie BürgerInnen-Partizipation engagieren. In einem Fragenbogen sollen in diesen Initiativen Tätige im Kontext von Erwachsenenbildung befragt werden. Dabei kann auf Vorarbeiten der JBZ für ein Salzburger Forum Zivilgesellschaft aufgebaut werden. Der Fragebogen wird über den bereits bestehenden Blog http://salzburgerforumzivilgesellschaft.wordpress.com lanciert.
> Methode: Online-Befragung  >Umsetzung: Februar – April 2014

5. Wie machen es andere? Best Practice-Beispiele aus dem deutschsprachigen und EU-Raum

In einer Internet- und Literaturrecherche werden Best Practice-Beispiele aus dem deutschsprachigen und EU-Raum erhoben. Fragestellungen:

  • · Welche innovativen Kooperationsformen gibt es in der beruflichen Weiterbildung zwischen EB-Trägern, Unternehmen und Arbeitsmarktförderungseinrichtungen?
  • · Wie werden Zukunftsthemen wie Arbeitswelt von morgen, Nachhaltige Entwicklung, Gesundheitsprävention, Politische Bildung & Partizipation thematisiert?
  • · Welche innovativen Formen der (kooperativen) Finanzierung von EB-Angeboten gibt es?

> Methode: Literatur- und Internetrecherche  >Umsetzung: Februar – April 2014

 

6. Zukunftsfähige Finanzierung von Erwachsenenbildung – ExpertInnen-Workshop

In einem halbtägigen Workshop sollen Fragen einer zukunftsfähigen Finanzierung von Erwachsenenbildungsangeboten reflektiert werden. Dazu werden eine österreichische Fachkraft (z. B. Prof. Tappeiner, Uni Innsbruck) und eine internationale Fachkraft (Vertreterin eines deutschen Bundeslandes, die sich aus der Recherche von internationalen Best-Practice-Beispielen ergibt) eingeladen. Zielgruppen sind die Führungskräfte der EB-Trägereinrichtungen in Salzburg, mit EB- und Wissenschaftsagenden Betraute in der Verwaltung des Landes, VertreterInnen des Projekts „Wissensstadt Salzburg“ sowie von Salzburger Unis und Fachhochschulen. Anzustreben ist auch die Teilnahme von LR Mag.a Martina Berthold, mit deren Büro der Termin frühzeitig abgestimmt werden soll.  Als Ort schlagen wir die JBZ (Vortrags/Seminarraum) vor.
> Methode: Fachworkshop  >Umsetzung: Ende April 2014

 

7. Workshop mit den AuftrageberInnen
In einem dreistündigen Workshop mit den AuftraggeberInnen (VertreterInnen der Politik und Verwaltung) sollen die bisherigen Ergebnisse des Projekts erörtert und Prioritätensetzungen seitens der Politik erarbeitet werden.
> Methode: Workshop  >Umsetzung: Ende April 2014

 

8. Zusammenführende Workshops
In halbtägigen Workshops mit Aktiven in den Bereichen

  • „Allgemeine Erwachsenenbildung“ (inklusive Zivilgesellschaftliche Organisationen),
  • „Berufliche Erwachsenenbildung“ und
  • „Basisbildung“

werden die Ergebnisse der Bestandaufnahme, der Befragungen, der internationalen Recherche sowie des Workshops zur Bildungsökonomie reflektiert. Anzustreben sind Zielvereinbarungen im Sinne der Befragungsergebnisse. Dabei soll den Mitwirkenden die Möglichkeit gegeben werden, ergänzende Vorschläge einzubringen. TeilnehmerInnen jeweils max. 10-20 Personen. Ort: JBZ
> Methode: Workshops >Umsetzung: Anfang bis Mitte Mai 2014

9.Fertigstellung des Optionenberichts

Nach der Durchführung der Workshops wird der Optionenbericht fertiggestellt und Ende Mai der Aufraggeberin übermittelt.

Projektteam: Mag. Hans Holzinger (Gesamtleitung, Recherche Bestandsaufnahme, Erstellung Fragebögen, Durchführung Workshops/Zukunftswerkstatt, Redaktion Optionenbericht).
Mag.a Anita Berner (Organisation, Co-Moderation Workshops und Zukunftswerkstatt), Mag.a Luisa Grabenschweiger (Co-Moderation Zukunftswerkstatt), Georg Pleger (Online-Tools), Mag.a Katharina Gammer (Best Practice Recherche), Dr. Walter Spielmann (Qualitative Befragung, Zukunftswerkstatt, Beratung), Mag.a Christine Tschötschel-Gänger (Auswertung Fragebogen Zivilgesellschaft), Mag. Stefan Wally (Beratung Konzeptentwurf).

Auftraggeber: Land Salzburg, Referat für Erwachsenenbildung, Öffentliche Bibliotheken, Bildungsmedien. Mag. Robert Luckmann, Tel.: +43 662 8042-5610 Fax: +43 662 8042-5630 eb@salzburg.gv.at www.salzburg.gv.at/eb

Kontakt: Robert-Jungk-Stiftung, Robert-Jungk-Platz 1, 5020 Salzburg
Mag. Hans Holzinger, Tel. 0662/873206 bzw. 0699/11370178, h.holzinger@salzburg.at

Zukunftchance Bildung – Machen Sie mit!

Bildung hat zum Ziel, Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu fördern und sie zu befähigen, ihr Leben selbstverantwortlich zu führen und als Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Bildung ist somit eine wesentliche Zukunftsaufgabe, die dazu beiträgt, sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts konstruktiv und engagiert zu stellen.

Die Robert-Jungk-Stiftung erstellt im Auftrag von Landesrätin Martina Berthold einen “Optionenbericht zur Zukunft der Erwachsenenbildung in Salzburg”. Der Erhebung des Ist-Zustandes folgt ein Blick in die Zukunft. Befragt werden alle Einrichtungen der Erwachsenenbildung über ihre Zukunftsvorstellungen.

Besonders wichtig ist uns, auch die Meinung möglichst vieler Salzburgerinnen und Salzburger zu eruieren. Welche Erfahrungen haben Sie mit Angeboten der Erwachsenenbildung? Was sind Ihre Wünsche, Erwartungen und Vorschläge?

Einen Fragebogen zum Mitmachen finden Sie unter [Deine Ideen], die Einladung zu zwei Zukunftswerkstätten unter [Termine].

Weitere Fragen beantwortet gerne: Mag. Hans Holzinger (Projektleiter), Tel. 0662.873206